Antrag per Dringlichkeit – Mai

Die BVV Reinickendorf wolle beschließen:

Die BVV Reinickendorf erklärt angesichts von Sachbeschädigungen von Stolpersteinen in Berlin, dass sie Stolpersteine für eine Form würdigen Gedenkens an Menschen ansieht, die während der nationalsozialistischen Terror- und Gewaltherrschaft aus rassistischen, politischen oder anderen Gründen ausgegrenzt, verfolgt und ermordet wurden.

Die mehr als 170 Stolpersteine, die bisher für Menschen aus Reinickendorf vor ihrer letzten Wohnstätte verlegt worden sind, mahnen daran, dass es Nachbarn waren, die oftmals vor aller Augen unter unwürdigen und unmenschlichen Umständen verhaftet und in Vernichtungslager deportiert wurden.  Es waren Reinickendorfer jüdische Bürger, politisch Andersdenkende in Opposition zum Naziregime wie Sozialdemokraten und Kommunisten, aufrechte Christen, Homosexuelle, Erwachsene und Kinder, die Opfer des sogenannten Euthanasie-Programms wurden.

All diese Menschen wurden verfolgt und ermordet. Politische Meinungsunterschiede müssen mit Worten ausgetragen werden, niemals mit Verfolgung und Mord. Deshalb mahnen uns die Stolpersteine in unserer Umgebung, niemals wieder zuzulassen, dass Demokratie, Rechtstaatlichkeit und Humanität dem Rassen- und Vernichtungswahn zum Opfer fallen.  Die Stolpersteine tun dies auf eine unauffällige, bescheidene Art. Sie drängen sich nicht auf, wie es größere Gedenkstätten tun. Aber wer will, kann sie sehen, sich vor ihnen verbeugen und über sie im Geiste stolpern.

Käber und die übrigen Mitglieder der SPD-Fraktion

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